Samstag, 7. Mai 2011

Nähkurs 1. Teil

Gestern hatte ich meinen ersten Tag im Nähkurs, ein Mixangebot wo jede mitmachen kann, egal welches Level sie hat. Start morgens um 9:00 Uhr, eigentlich eine humane Zeit, sollte man meinen, wenn man nicht vorher die Bude auf Vordermann bringen muss oder sein Auto um 8:00 Uhr (ausgerechnet) in der Werkstatt abgeben muss. Sollte alles kein Problem sein, denn der Veranstaltungsort ist fussläufig zu erreichen.

Womit ich mich allerdings bisher nicht beschäftigt hatte war, was ich eigentlich dort nähen wollte?
Tja, mir blieb dafür ´ne 1/4 Stunde. Stoffe sammle ich ja genug, aber plötzlich fand ich keinen Schnitt,-ich  hatte nichts rausgelegt. Ein Verzweiflungsgriff rettete mich dann. Eine alte Wollhose fiel in meinen Blick, die wollte ich doch schon immer nach nähen und da war ja auch der Stoff, sogar gewaschen. Na dann mal los.

Wieso ist die VHS plötzlich im Umbau? Und wo ist mein Raum vom Kurs vor 2 Jahren? Ach und wie hieß die Gruppenleiterin? Ich hatte alle Daten nicht mit, wollte diesmal wohl besonders locker sein, es hat sich sofort gerächt.
Meinen Fall scheint es jedoch öfter zu geben, es hing auf gelbem Papier ein Verzeichnis der Veranstaltungen des Tages dort und zumindest die Anfangszeit wusste ich ja noch. Somit konnte ich starten.

Dann bin ich eingetaucht in die Welt des Nähens. Um mich herum eine Gruppe von Frauen die sich alle über die Jahre in wahrscheinlich immer demselben Kurs wiedergetroffen haben und ich die Neue, blauäugige, die mal eben ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen wollte. Ich wurde nett aufgenommen und
mir reichte es auch, nur meine Hose aufzutrennen, weil um mich herum passierte soviel, was ich beobachten konnte/wollte.

Ich habe von "reihen" bisher nur gehört. Ich steck immer die Stecknadeln in den zugeschnittenen Stoff und steige dann rein. Alles andere ist mir immer zu viel Arbeit.
Weis´ jetzt mehr über den Umgang mit einem Handmaß. Hab die Ordentlichkeit der Anderen bewundert, die waren so ausgezeichnet vorbereitet mit ihren Utensiliendosen, in denen das Arbeitsmaterial aufgereiht lag.

Dann gab es die Overlockmaschine, die nur so vor sich her sausste. Ich gestehe, ich hab auch eine, Original verpackt. Ich hab nur einmal in ihr Innenleben geblickt und mich erschrocken. So viele Fäden, dafür brauche ich ganz viel Ruhe um mich damit zu beschäftigen und bei diesem Vorsatz ist es denn auch geblieben, bisher.

Alles in allem habe ich in dieser Zeit mich an meiner Hose festgehalten und gelernt, über zusehen und zuhören. Die Leiterin meinte dann auch zu mir, solche Tätigkeiten macht man zu hause, ja sie hat recht, aber ich dachte, ok. heute ist schon mal alles schief gelaufen. Ich habe den Kurs bezahlt und wenn ich auch nur im Raum stehe und atme, dann ist es auch in Ordnung, für mich.

Meine Hausaufgabe zum nächsten Mal besteht jetzt darin, meine Einzelteile auf Baumarktfolie zu übertragen, das werde ich wohl hinbekommen. Alles weitere erfahrt ihr dann im 2. Teil, sollte es denn einen geben.
Ach und ich weiß jetzt schon, die größte Herausforderung wird für mich darin bestehen, die Einzelteile der Hose wieder zusammen zu puzzlen, damit es auch eine Hose wird und nicht ein Sitzsack.

LG Heike

1 Kommentar :

  1. Amüsant geschrieben! Liebe Grüße und viel Erfolg für den nächsten Termin sendet Frau Neu!

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